Die Pupillen von Caleb verengten sich, seine ohnehin schon eisige Aura wurde in diesem Moment noch
kälter. Dann schaute er Alina mit einem strengen Blick an:
âDie Gerüchte, die da drauÃen verbreiten, sind also auch dein Werk?â Der Ton von Caleb war bedrohlich.
Alina lachte kalt!
Es schien, dass es ihm dieses Mal wirklich mitten ins Herz getroffen hatte. Selbst wenn er sie vor drei
Jahren nicht liebte, dürfte es doch nicht sein, dass ihm das Kind egal war, oder?
âTu nicht so, als hätte ich ihr etwas angetan! Diese Nachrichten, die an die Ãffentlichkeit gelangen sind,
sind doch alle wahr.â
Was für ein Leben hatte Emma denn damals bei der Familie Hughes gehabt? Das wusste nicht nur die
ganze Familie Hughes, sondern auch viele ihrer Klassenkameraden.
Doch wer hätte gedacht, dass Emma sich auf diese Weise bei ihrem Wohltäter bedanken würde!
Als Alina den betrübten Gesichtsausdruck von Caleb sah, lachte sie leise: âDas tut dir richtig in dem
Herzen weh, oder?â
In diesem Moment verstand Alina endlich, was es heiÃt: Liebe macht blind!
Wenn man jemanden wirklich liebte, war es einem egal, was für ein Mensch er war. Caleb und Emma
waren doch ein typisches Beispiel dafür.
Alina sah Caleb in die Augen, dann holte sie tief Luft und fuhr fort: âUnterschreibe das, dann werde ich
morgen eine Bekanntmachung veröffentlichen, in der steht, dass sie kein undankbarer Mensch ist,
sondern eine hervorragende Person ist!â
Caleb stand abrupt auf und ballte die Hände zu Fäusten, dann sah er Alina mit einem grimmigen Blick
an.
Die Wut in seine Augen war sehr groÃ, als ob er gleich auÃer Kontrolle geraten würde!
âWillst du dich wirklich so sehr von mir scheiden lassen?â
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âSag mir nicht, dass du das nicht willst!â, sagte Alina und dachte sich: âWas soll diese Frage von diesem
Mistkerl? Wollte er denn nicht, dass ich ihm diesen Gefallen tue?â
âDu hast es so eilig, ist es wegen Andre? So wie es aussieht, ist euer Verhältnis wirklich nicht so einfach!â
âCaleb, bist du geistesgestört?â
Caleb verschlug die Sprache.
âEs geht jetzt um unsere Beziehung, hör mir auf, über Andre zu sprechen! AuÃerdem â¦â, Alina hielt inne
und holte noch einmal tief Luft.
Und der Blick von Caleb wurde immer bedrohlicher!
Nach einer Weile sagte Caleb: âAuÃerdem, was? Rede weiter!â
âAuÃerdem sind wir bald geschieden. Nach der Scheidung kannst du deine Emma heiraten und ich
werde mit meinem Andre zusammenleben, somit sind wir alle glücklich, verstanden?â
Die Worte âIch werde mit meinem Andre zusammenlebenâ machte Caleb richtig wütend.
Caleb drehte sich um und ging. Als er die Tür erreichte, sagte er mit einem richtig zornigen Ton: âSag
Andre, er kann sich schon mal auf die Anklage vorbereiten!â
Alina war sprachlos.
Ohne ihre Antwort abzuwarten, schlug Caleb die Tür zu und ging.
Und Alina konnte auch nach einer langen Weile nicht verstehen, was Caleb mit seinem letzten Satz meinte.
Er kam doch wegen Emma hierher, oder? Warum musste er Andre erwähnen? Wer hatte denn eigentlich
wem vor drei Jahren Unrecht getan?
Er tat so, als ob es wahr wäre, was da drauÃen verbreitete, nämlich, dass sie keinen Autounfall hatte, sondern einen Autounfall inszeniert hatte, damit sie mit ihrem Geliebten abhauen konnte.
War sie denn in der Lage, einen Autounfall zu inszenieren, der die Hasnan Brücke einen Monat lang
blockierte?
Diese Leute trauten Alina das zu, weil sie Alina nicht wirklich kannten, aber wusste denn Caleb nicht, wie sie wirklich war? Als ihre GroÃmutter im Sterben lag, hatte es sie so fertig gemacht, dass sogar
GroÃvater Max auf sie aufpassen musste, wie könnte sich also eine solche Person böse Pläne
ausdenken?
Lucy kam herein, dann sah sie Alinas wütendes Gesicht und sagte: âFrau Alina, sei nicht wütend, das ist schlecht für die Gesundheit!â
âLucy, findest du nicht, dass er wirklich schlimm ist?â
âDoch, doch!â Früher hätte Lucy Alina noch geraten, sich nicht komplett mit Caleb zu zerstreiten, aber
jetzt hatte sich ihre Einstellung total geändert!
Nachdem Lucy die Sachen zwischen Emma und Caleb gehört hatte, hatte sie richtig etwas gegen den
beiden.
Seit dem Tod von Frau Erica hatte Lucy sich zurück aufs Land gezogen und wusste daher nicht viel über
die Geschehnisse in Ingford.
âWenn Frau Erica und Frau Leyla gewusst hätten, dass Emma so herzlos ist, dann hätten die beiden sie
damals doch nicht geholfen, oder?â Lucy standen die Tränen in den Augen, als sie dies sagte.
Wie konnte ein Mensch nur so skrupellos sein?
Es gab so viele Männer auf dieser Welt, warum musste sie unbedingt den Mann von Alina
wegschnappen?
Die Geschichte âDer Bauer und die Schlangeâ war ein wahres Spiegelbild dafür, wie man enden könnte, wenn man andere Menschen half.
âLucy, geh schlafen! Ich habe hier noch einiges zu tun.â Alina hatte überhaupt keine Lust, über Emma zu
sprechen.
Sie war im Moment so sehr beschäftigt, dass ihr nicht einmal Zeit blieb, um sich Gedanken darüber zu
machen, was eigentlich im Calebs Kopf vorging.
Vor drei Jahren war ihr bereits bewusst geworden, dass sie nach dem Tod ihrer Mutter und ihrer
GroÃmutter nur auf sich selbst verlassen konnte!
Es gab also keinen Grund, darüber nachzudenken, was Caleb jetzt dachte. Das Wichtigste im Moment
war, dass sie sich gut auf die Ausstellung in Oklens vorbereitete.
Die öffentliche Diskussion um Emma wurde immer heftiger!
Emma wurde in den Augen der Menschen bereits zu einem Abschaum.
Es wurde behauptet, dass Frau Collins es am meisten hasste, dass eine Person die Beziehung anderer
Leute kaputt machte. Selbst wenn Herr Caleb und Frau Alina sich letztendlich scheiden lassen sollten,
würde Emma niemals von der Familie Collins akzeptiert werden, sondern für immer nur eine Geliebte
vom Herrn Caleb bleiben.
Doch obwohl Emma so tief verletzt war, war Caleb nicht bereit, die Scheidungspapiere zu
unterschreiben, damit Alina Emma von den Gerüchten lösen konnte.
Alina erhielt einen Anruf von Andre.
âAlso bist du jetzt mit Caleb aneinandergeraten?â Andre am anderen Ende der Leitung klang nicht gut
gelaunt.
Alina: âIch habe doch keine Zeit für so etwas!â
âDu hast keine Zeit dafür, aber er hat alles an mir ausgelassen!â
Alina war sprachlos und dachte sich: âIst dieser Caleb verrückt geworden?â
âWas hat er gemacht?â Alina rechnete offensichtlich nicht damit.
Emma war für die Ãffentlichkeit zu diesem Zeitpunkt ein Abschaum, den fast jeder hasste, und Caleb hatte da noch die Kraft dafür, sich Gedanken über Alina und Andre zu machen?
âEr hat mich verklagt!â
Alina: âWas zum Teufel?â
âIch habe eine Vorladung vom Gericht bekommen. Der Grund lautet, dass ich eine bereits verheiratete
Frau geheiratet habe!â
Alina verschlug die Sprache und dachte sich: âDieser Caleb ist mehr als verrückt geworden.â
Dann holte Alina tief Luft.
Ohne darauf zu warten, dass Alina etwas sagte, sagte Andre weiter: âEr hat am Telefon gesagt, dass er
die Klage nicht fallen lassen wird, solange er nicht die Scheidungspapiere von uns gesehen hat.â
âWoher soll ich denn die Scheidungspapiere für ihn herbekommen?â, sagte Andre wütend weiter.
In diesem Moment konnte sich Alina fast schon vorstellen, wie Andre reagiert hatte, als er diese Worte
von Caleb gehört hatte.
Alina wusste wirklich nicht mehr, was sie noch dazu sagen sollte!
âAlina, ich weiÃ, dass der Konflikt und der Streit zwischen dir und ihm unvermeidlich ist, aber halte die
VIG am besten daraus, denn es tut sich etwas auf dem Aktienmarkt.â
Das bereitete Andre richtig Kopfzerbrechen.
Alina: âOkay, ich weià Bescheid.â
âIch möchte dich daran erinnern, dass du jetzt der gröÃte Aktionär der VIG bist, es ist alles dein Geld,
das verloren geht!â
Alina wurde daraufhin noch wütender.
Sie dachte sich: âCaleb will mit Emma zusammen sein? Gut, ich lasse das zu! Die VIG hat so viel Geld
verloren, wie soll ich diese Lücke jetzt schlieÃen? Mit der lächerlich wenige Entschädigung, die er mir
gegeben hat?â
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